Olympische Spiele 2012 in London - Vorbereitungs- und Medienarbeit

160 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in London steigt der Puls nicht nur bei den Athletinnen und Athleten. Was es alles zu tun gibt, bis die Schweizer Delegation in London an den Start geht, und welche Aufgaben in London auf die Verantwortlichen von Swiss Olympic warten, erfuhren die Mitglieder der BPRG am 23. Februar 2012, im Haus des Sports in Ittigen.

Schon am Mittag vor dem BPRG-Anlass bei Swiss Olympic twitterte @christo0211, dass sich die BPRG-Gemeinde «auf rhetorische Orkane von Gian Gilli und @sportgott» freuen solle und versprach damit nicht zu viel: Gian Gilli fesselte die über 100 Gäste im vollen Haus des Sports dank seines Sportwissens und seiner Begeisterung für die olympischen Spiele ab der ersten Minute. Er mixte trockene Zahlen gekonnt mit spannenden Details zu den Spielen und gewährte den Anwesenden einen Einblick in seine interessante Tätigkeit als Leiter der schweizerischen olympischen Delegation für London 2012.

19 Tage, 630 Wettkämpfe

Die Spiele, welche ab dem 27. Juli 2012 in der britischen Hauptstadt stattfinden, bringen während 19 Tagen 630 Sessions in 26 Sportarten (darunter seit 80 Jahren auch wieder einmal Fussball) an 34 Wettkampfstätten. Für jeden der rund 100 Schweizer Athleten können 0.55 Betreuer mit nach London fliegen. Wie viele Schweizer Athleten definitiv nach London fliegen, steht aber erst am 9. Juli fest. Die Zeit ist also knapp und es muss noch viel organisiert werden, was @roemisch3 treffenderweise mit «Akkreditierung Olympische Spiele: pro Athlet - 0.55 Staff. Zudem: erst 3 Wochen vor Spielstart def Staffliste: Organisationsmarathon!» twitterte. Während die Männer also eher an den Zahlen interessiert waren, hörten die Frauen die Tratsch-und-Klatsch-Details aus dem Referat von Gilli heraus: «Was CH-Athleten für eine erfolgreiche Olympia brauchen: Nespresso, Lindt-Schöggeli und WiFi.» schrieb @bwertli dann auch zum Abschluss des ersten Referats.

Medienarbeit vor und während den Olympischen Spielen

@christo0211, mit bürgerlichem Namen Christof Kaufmann, Leiter Medien und Information, sprach anschliessend über die Kommunikationsarbeit von Swiss Olympic. Dass er dabei zurzeit vor allem Wert auf die interne Kommunikation legt, zeigte er anhand einiger Beispiele auf. Besonderen Eindruck machte dabei auf @roemisch3 die «Lehrlingszeitung mit relativ freier Meinungsäusserungsmöglichkeit der Autoren. Coole Idee der internen Kommunikation bei Swiss Olympic». Kaufmann sprach aber selbstverständlich auch über die Spiele in London. 30‘000 Medienschaffende kämen da auf 10‘000 Athleten. Dass die Sportler so gut wie möglich auf die Journalisten vorbereitet werden müssten, liege auf der Hand. Dabei sei die Vorbereitung gerade für jene Athleten, die nicht so oft im Rampenlicht der Medien stünden, besonders wichtig. Gemäss Christof Kaufmann können sich dank der schweizerischen Sprachenvielfalt 69 Journalisten und 19 Fotografen aus der Schweiz für London akkreditieren lassen. Dänemark stehen im Vergleich dazu nur vier Medienvertreter zu. @christo0211, der später am Abend über die BPRG noch twittern sollte: «Super-Verein, da müssen wir gleich beitreten! Bis zum nächsten BPRG-Anlass.», fühlte sich offenbar wohl bei seinem Referat. Zum Schluss seiner Ausführungen zeigte er drei spannende Beispiele der Kommunikation prominenter Sportler von früheren olympischen Spielen.

Virtuelle Panini

Der dritte Referent war Ole Rauch, Bereichsleiter Kommunikation und Verantwortlicher für Social Media bei Swiss Olympic. Der @sportgott startete mit den Pageviews zur Website www.swissolympic.ch, welche während den Spielen jeweils so stark ansteigen, dass Swiss Olympic zwei zusätzliche Server «in den Keller stellen» muss. Daneben stellte Rauch Instrumente der digitalen Kommunikation wie den Blog, bei welchem Beiträge von Athleten oder Gastautoren gepostet werden, die Facebook-Seite, den Youtube-Kanal, das Newsmail und den Twitter-Account @swissteam vor. So weit, so bekannt. Neu war und ist aber eine Idee, die @ronnykummer wie folgt twitterte: «Swiss Olympic bäckt virtuelle Panini für Sport Nerds.» Tatsächlich will Ole Rauch unter dem Titel «Swiss Olympic Team Album» ein digitales Bildchensammelvergnügen à la Panini anbieten. Dabei sollen Bilder gegen Codes, welche man gratis über verschiedene Kanäle wie Rivella-Etiketten oder Partner-Webseiten beziehen kann, geladen und getauscht werden, so dass man sich die gesamte Schweizer Olympia-Delegation virtuell zusammenstellen kann. Neben den rund 100 Athleten, welche tagesaktuell (allenfalls sogar mit frisch gewonnener Medaille) fotografiert werden, sollen auch Bilder der Stadien oder der Eröffnungs- bzw. der Schlussfeier angeboten werden. Dazu natürlich aktuelle Daten, Resultate und Hintergrundinformationen. Die Idee tönt cool und man darf auf die Umsetzung gespannt sein.

Dank Twitter auch auf dem Sofa dabei

@marlieseggen twitterte zum Schluss des offiziellen Teils «BPRG goes Olympia. Interessant, lebendig, lehrreich. Thanks #swissolympics» und traf damit den Nagel auf den Kopf. Die drei Referenten ganz nach sportlicher Manier zu klassifizieren, lass ich hier bleiben. Schliesslich lebten die drei den olympischen Gedanken ganz nach Gilli: «Ziel ist, dass jeder seine persönliche Bestleistung bringt. Der Rang ist dabei nebensächlich.»
Übrigens Twitterer wie @gwundrig, @nicolissa oder @didionysos konnten den Anlass trotz Abwesenheit hautnah miterleben, wie das @vongreyerz auf den Punkt brachte: «Wusst ich's doch, #bprg Anlässe kann man auch vom Sofaschiff aus verfolgen. Danke für die Tweeterstattung.» Aber am Apéro – gesponsert von der Swisscom –, bei dem es entgegen aller Befürchtungen nicht Rivella Rot sondern Weisswein gab, und dem dazugehörenden Smalltalk-Networking konnten sie virtuell nicht teilnehmen.

Tom @katzenstrecker Jauch

Donnerstag, 23. Februar 2012 18.15
Lokalität: 
Ittigen, Haus des Sports, Saal Olympia