Kultur für alle / Migros Kulturprozent Classics

Tragende Säulen des Migros-Kulturprozent sind Institutionen in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. Sie umfassen die Klubschule Migros, die Eurocentres, das GDI Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon, vier «Parks im Grünen», die Monte-Generoso-Bahn im Tessin, das «migros museum für gegenwartskunst» in Zürich und die Konzertreihe Migros-Kulturprozent-Classics.

Jährlich besuchen über 40 000 Besucher die Migros-Kulturprozent-Classics. Die vom Konzertliebhaber Gottlieb Duttweiler 1948 ins Leben gerufene Konzertreihe ist seit über sechzig Jahren ein fester Bestandteil des klassischen Musiklebens in der Schweiz.

Weshalb und wie die Migros ihr Kulturprozent verteilt, welche Rolle die Musik innerhalb des Kulturprozentes spielt, wie der Intendant der Migros-Kulturprozent-Classics die besten Orchester, Dirigenten und Solisten findet und verpflichten kann und welche Tücken Konzerttourneen mit sich bringen können, veranschaulichte der Intendant der Konzertreihe Migros-Kulturprozent-Classics, Mischa Damev, im ersten Teil des Konzertabends vom 8. Mai 2012 gleich selbst.

Anschliessend hatten die Mitglieder der BPRG Gelegenheit, das Konzert des englischen Philharmonia Orchestra London zu besuchen. Unter der Leitung von Philippe Jordan präsentierte das Orchester Kompositionen von Carl Maria von Weber, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms. Solist warder junge Schweizer Pianist Oliver Schnyder.

 

 

Rundum Klassik

Der klassisch ausgerichtete BPRG-Anlass lockte rund 60 Teilnehmer in den Burgerratssaal im Kultur-Casino. Mischa Damev, Intendant der Migros-Classics, erläuterte die Entwicklung und die Ziele dieser einen Sparte des Migros-Kulturprozentes.

Begonnen hat die Reihe der Migros-Classics vor 65 Jahren mit den Clubhaus-Konzerten. Diese wurden von der Migros noch vor dem Kulturprozent ins Leben gerufen. Als Mischa Damev 2007 den Dirigentenstab der Migros-Classics übernahm, war sein Ziel, die Auslastung der Konzerte zu erhöhen. Dies ist ihm gelungen. Heute liegt diese bei 90 Prozent. Ein Spitzenwert.

Eigene Wünsche
Um die Bekanntheit und den Ruf der Classic-Konzerte zu steigern, fragte sich Damev zuerst, was er als Besucher von einem Konzert erwarten würde. Seine Wünsche an ein Konzert sind Entspannung, ein schönes Erlebnis und Qualität. Mit diesen drei Vorsätzen ging er daran, gute Solisten und namhafte Orchester zu kontaktieren. Qualtiät kostet. Deshalb wurden die Konzert- und Abopreise erhöht und Konzerte gestrichen. Unter dem Strich haben sich diese Änderungen gelohnt. Das Ansehen und der Ruf der Migros-Classics sind heute so gut, dass Orchester anfragen, ob sie auftreten können. 
Das Budget wurde für die Neupositionierung nicht erhöht, also mussten weitere Kosten gespart werden. Die Werbung wurde zur Chefsache erklärt. Anstatt etwas wahllos Plakate zu streuen, wurde die Werbung gezielt in der Nähe von Kulturstätten wie Konzert- und Theaterhäusern aufgehängt – dort wo das entsprechende Zielpublikum zirkuliert. Auch Artikel im Migros-Magazin sind gute PR für die Classics-Konzerte. Zudem werden an den Konzerten Besucherumfragen durchgeführt, die bei der Programmplanung helfen und die Kundenzufriedenheit regelmässig aufzeigen.

Netzwerke
Früher lag der Fokus der Konzerte auf einem Thema. Dies hat Mischa Damev geändert. Heute entscheidet das engagierte Orchester, mit welchen Werken es auftreten wird. Damev weiss, dass er keinen Erfolg für ein Engagement hat, wenn er dem Orchester oder Solisten eine musikalische Vorgabe macht. Ein weiterer wichtiger Erfolgsaspekt ist, dass Mischa Damev immer einen Schweizer Aspekt einbringt, sei dies den Dirigenten oder eine Solistin. Die Ausbildung von Damev zum Musiker und Dirigenten, die grosse berufliche Erfahrung und die dadurch entstandenen guten Kontakte in die klassische Musik-Szene halfen bei der Neupositionierung der Migros-Classics entscheidend mit. Sein Insider-Wissen bezüglich „Marktwert“ eines Orchesters ist auch ein Vorteil beim Aushandeln der Verträge. Zudem weiss er genau, dass einige Orchester schlicht nicht in den Budgetrahmen der Migros-Classics passen. Mögen die Netzwerke noch so solide sein.
Zum anschliessenden Konzert ein Zitat aus Der Bund: „Der Dirigent lotst das Orchester mit sportlichem Ganzkörpereinsatz vorwärts und schafft mit ihm Architekturen, die vollgesogen sind mit Klang, Licht und Dunkel.“

Marianne Blaser, Vorstand BPRG

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bprg_migros_2012.pdf1.97 MB
Dienstag, 8. Mai 2012 17.30
Lokalität: 
Burgerratssaal Kulturcasino, Bern