An der "shnit-Stelle" zwischen Kultur und Unterhaltung

Politiker lassen sich gerne an Premieren sehen und schätzen den Kontakt zu Künstlern. Aber interessieren sie sich auch wirklich für Kultur und deren Förderung?

Die BPRG genoss am 4. Oktober 2012 Gastrecht am 10. Internationalen Kurzfilmfestival shnit und liess sich theoretisch ins Thema einführen, bevor die Teilnehmenden selbst ins Festival eintauchten und sich eine Kostprobe des diesjährigen Programms zu Gemüte führten.

Auf dem Programm standen Referate von Reta Guetg und Olivier van der Hoeven, Künstlerische Leitung Internationales Kurzfilmfestival shnit, sowie Mark A. Saxer, Partner Furrer.Hugi&Partner AG.

 

Von der Hobbyvorführung zum internationalen Anlass

 

Als Reta Guetg und Olivier van der Hoeven, die beiden künstlerischen Leiter von shnit, vor 10 Jahren zum ersten Mal Kurzfilme zeigten, taten sie dies vor Freunden und als Freizeitvergnügen. Sie wollten Jungfilmern eine Plattform bieten, ihre Produkte einem breiteren Publikum zeigen zu können.

Heute findet das international etablierte Kurzfilm-Festival zeitgleich in 10 Ländern mit denselben rund 255 Filmen statt und zieht ein Publikum von 37‘000 Zuschauern an. In Bern wurde das Platzangebot um drei neue Spielorte erweitert, damit der Publikumsansturm bewältigt werden kann. Reta Guetg und Olivier van der Hoeven erzählen, wie sie die ersten Jahre erlebt und bewältigt haben. Sie wollen das Festival weiterführen und wissen, dass sie punkto Lobbying und Public Relations noch einiges unternehmen können und müssen, damit in den kommenden Jahren für die Weiterführung und –entwicklung genügend Budget bereitsteht. Der neue Geschäftsführer Silvan Rüssli nutzt denn auch gleich die Veranstaltung, um bei den Anwesenden für eine Partnerschaft mit shnit zu werben.

Kulturlobbying existiert nicht. Dies behauptet Mark A. Saxer von Furrer.Hugi&Partner. Seiner Ansicht nach kann man Lobbying für eine Sparte betreiben, aber nicht für die Kultur im Allgemeinen. Und das Handwerk unterscheide sich nicht, ob nun Lobbying für Krankenkassen oder Kurzfilmfestivals gemacht werde. Wichtig sei zudem, dass die richtigen Botschaften verbreitet werden. Oftmals sei gerade dies die Herausforderung. Eine unglückliche Aussage eines Meinungsbildners kann ungewollt zur Zementierung von Vorurteilen beitragen, wie Saxer an einem Beispiel aufzeigt.

Nach den interessanten Vorträgen und einem feinen Apéro begeben sich die meisten Teilnehmer für die shnit-Vorführung „Swss Made“ ins Käfigturm-Theater.

Marianne Blaser, Vorstand BPRG

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Donnerstag, 4. Oktober 2012 18.00
Lokalität: 
Käfigturm, Marktgasse 67, 3003 Bern